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EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Frances Milton Trollope

* 10.03.1779 in Stapleton bei Bristol
† 06.10.1863 in Florenz

Frances Milton Trollope wurde am 10.03.1779 in Stapleton bei Bristol geboren. Ihr Vater war der Pfarrer William Milton (1743–1824), ihre Mutter Mary GresleyX († c.1785) – sie war die dritte Tochter des Paares. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter bei der Geburt eines Sohnes. Der Vater heiratete im Jahre 1800 Sarah Partington aus Clifton.

Trollope wuchs in einem gebildeten Umfeld auf. Ihr Vater besaß eine große Bibliothek und ermöglichte seinen Töchtern Kenntnisse in Französisch, Italienisch, Latein sowie in Literatur.

Zusammen mit ihrer ihrer älteren Schwester Mary zog sie im Jahre 1803 nach London, um bei ihrem Bruder Henry Milton, der im Kriegsministerium tätig war, zu wohnen.

Trotz der gesellschaftlichen Norm, dass Frauen möglichst früh und eher heimlich heiraten sollten, stand Frances bis zu ihrem Alter von 30 Jahren unverheiratet – was für die Zeit ungewöhnlich war.

Am 23.05.1809 heiratete sie Thomas Anthony Trollope (1774–1835), einen Rechtsanwalt. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor: u. a. die Söhne Thomas Adolphus Trollope (1810–1892) und Anthony Trollope (1815–1882), beide später selbst Schriftsteller. Die Ehe war wirtschaftlich und persönlich belastet: Der erwartete Erbfall des Ehemanns trat nicht ein, und so geriet die Familie in finanziellen Schwierigkeiten.

Im Jahr 1827 unternahm Frances Milton Trollope zusammen mit drei ihrer Kinder eine Reise in die Vereinigten Staaten, unter anderem mit dem Ziel, an der Utopiegemeinschaft Nashoba Commune im heutigen Tennessee teilzunehmen, die von der Reformerin Fanny Wright geleitet wurde. Sie versuchte hier ein Importgeschäft für englische Importwaren aufzubauen. Die Unternehmung war wirtschaftlich wenig erfolgreich – nach ihrer Rückkehr begann im Alter von rund 50 Jahren mit dem Schreiben, um die Finanzlage zu stabilisieren.

Ihr bekanntestes Werk ist »Domestic Manners of the Americans« (1832), eine scharfsinnige und oft ironische Beobachtung der amerikanischen Gesellschaft, die sowohl Erfolg als auch Kritik erfuhr.  Darüber hinaus verfasste sie zahlreiche Romane mit starkem Gesellschafts- und Reformbezug, etwa »Michael Armstrong: The Factory Boy« (1840), ein früher Industrie-Roman“ oder »Jonathan Jefferson Whitlaw« (1836), ein Antisklaverei-Werk. Das Buch »The Vicar of Wrexhill« (1837) war ein Roman mit kirchenkritischer Tendenz.

Sie produzierte über 100 Bände in ihrem Leben, darunter mindestens 34 Romane und 6 Reisebücher.

Frances Milton Trollope war zu ihren Lebzeiten eine einflussreiche und vielgelesene Autorin; ihre scharfen gesellschaftlichen Analysen, insbesondere über Amerika, brachten ihr Bekanntheit, aber auch Kritik ein.

Ihr literarischer Einfluss zeigt sich etwa darin, dass ihr Sohn Anthony Trollope die Serial-Romanstruktur aufgriff, die sie mit ihrer »Widow Barnaby«-Trilogie seit 1839) etabliert hatte.

In der neueren Literaturkritik gilt sie als eine bedeutende Vertreterin der Frauen- und Gesellschaftsliteratur des 19. Jahrhunderts, wenngleich ihr Werk heute nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit genießt wie zu Zeiten ihrer größten Popularität.

In den 1840er Jahren ließ sie sich mit ihrem Sohn Thomas in Florenz nieder und verbrachte dort die letzten Jahre ihres Lebens.

Frances Milton Trollope starb am 06.10.1863 in Florenz und wurde im Englischen Friedhof (»English Cemetery«) in Florenz beigesetzt.

Romane

  • The Refugee in America, 1832
  • The Abbess: A Romance, 1833
  • Tremordyn Cliff, 1835
  • The Life and Adventures of Jonathan Jefferson Whitlaw; or Scenes on the Mississippi, 1836
  • The Vicar of Wrexhill, 1837
  • The Widow Barnaby, 1839
  • The Widow Married: A Sequel to The Widow Barnaby, 1840
  • Fault: A Novel, 1840
  • Charles Chesterfield; or The Adventures of a Youth of Genius, 1841
  • Young Love: A Novel, 1844
  • Father Eustace: A Tale of the Jesuits, 1847
  • Petticoat Government: A Novel, 1850
  • The Life and Adventures of a Clever Woman: Illustrated with Occasional Extracts from Her Diary, 1854
  • Fashionable Life; or Paris and London, 1856

Sach-/Reise- oder Essaywerke:

  • Domestic Manners of the Americans, 1832
  • The Mother’s Manual: Or, Illustrations of Matrimonial Economy; An Essay in Verse, 1833
  • Belgium and Western Germany in 1833, 1834
  • Paris and the Parisians in 1835, 1836
  • Vienna and the Austrians, 1838
  • A Visit to Italy, 1842
  • Travels and Travelers: A Series of Sketches, 1846

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