Karl Jakob Theodor Leyendecker
* 19.03.1786 in Stuttgart
† 20.07.1844 in Stuttgart
Geboren wurde Karl Jakob Leybold am 19.03.1786 als Sohn des Kupferstechers und Stuttgarter Malers Johann Friedrich Leybold.
Bereits in jungen Jahren kam der junge Leybold seine erste Ausbildung durch die Hand des Vaters. Früh wurde er als Malerzögling an die k.k. Akademie zu Wien aufgenommen, wo er ab 1798 durch Eberhard Wächtler beeinflusst wurde. Wächtler stammte ebenfalls aus Stuttgart und mit Leybolds Vater besuchte er zeitgleich die Stuttgarter Karlsschule. Er begeisterte in für die historische Kunst und gewann ihn dauerhaft für die klassische Schule.
Aber auch durch den Vater für die Porträtmalerei begeistert, schuf er zahlreiche schöne Porträts, wie das der Familie des Grafen Bräuner oder der Familie des Grafen Moritz von Fries.
Zwischen 1807 und 1814 ging er, mit einem großzügigen Stipendium des Kunstmäzens und Sammlers Moritz von Fries ausgestattet, nach Rom. Er reiste und verlebte dort mit seinem späteren Schwager, dem Landschafsmaler Gottlob Friedrich Steinkopf, mehrere Jahre auf. Durch sein Ölbild »Die Wohlthätigkeit Cimons« erhoffte man sich ein angehendes Talent gefunden zu haben. Das Bild kam später nach Wien. Im Jahre 1814 kehrte der Künstler schließlich nach Wien zurück.
Sein Vater trat bereits im Jahre 1812 die Nachfolge Jakob Schmutzers an der Wiener Kunstakademie an. Er selbst jedoch konnte seinen Lebensunterhalt nur durch Porträtaufträge verdienen und die Anfertigung großer klassischer Werke blieb ihm verwehrt.
In seiner Wiener Zeit schuf er um das Jahr 1820 unter anderem das Aquarell »Der Schneeberg« das von Friedrich Koch im »Unentbehrlichen Führer um den Schneeberg in Niederösterreich und nahe Umgebungen« mit folgenden Worten gewürdigt wurde:
Ein weiter Thalkessel breitet sich aus, - seine rückwärtige Wand bilden die riesigen Formen des ganz nahen Schneeberges. Es ist dies eine Scene, vor welche nicht leicht Jemand ohne einen Ausruf der Bewunderung tritt ... dann weiter der Grund des Thalkessels mit bewaldeten Hügeln, Bächen und unzähligen zerstreuten Hütten geziert, zu dessen beiden Seiten sich die grünen Wiesenmatten der Berge emporziehen, endlich im Hintergrunde der Schneeberg, der von seiner Basis bis zur höchsten Spitze unverdeckt durch andere Vorberge dasteht, - von dem sich eben auf dieser Seite die große Riese mit ihren Felsengrotten und Schneelagern herabsenkt, - der unten im blauen Dufte des Thales schwimmend, oben wie aus reinem Golde geformt, in den klaren Aether emporragt; - Alles dies bietet ein Bild, so lieblich, so erhaben und wildschön zugleich, wie man nur wenige ähnliche in unseren Alpengegenden finden dürfte.
Johann Georg von Cotta, der bei der württembergischen Gesandtschaft in Wien als Legationsrat angestellt war, konnte ihn im Jahre 1821 einen Auftrag zur Erstellung eines Porträts seines Vaters, dem Verleger und Politiker Johann Friedrich Cotta gewinnen nach Stuttgart zu reisen. Dort fertigte er in Lebensgröße und ganzer Figur das gewünschte Porträt an. Durch Folgeaufträge blieb der Maler nun in Stuttgart.
Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe zeichnete ihn im Jahre 1826 mit einem ersten Preis für seine Darstellung des neugriechischen Charon aus. Goethe äußerte sich in einem Brief an Carl Friedrich Zelter über Leybolds Arbeit mit folgenden anerkennenden Worten:
Nun war an fünf Blättern Ernst und guter Wille nicht zu verkennen, wenn ihnen auch das Zulängliche durchaus abging; das sechste hingegen setzte gleich beym ersten Anblick in Erstaunen und man hört noch nicht auf, es zu bewundern, ob man es gleich auswendig kann.— — Dergleichen war weder überhaupt, noch besonders von unserer Zeit zu erwarten. Der Künstler heißt Leupolt, lebt in Stuttgart und gewinnt mit allen übrigen Malern sein Leben mit Porträtiren.
Im Jahre 1828 wurde Leybold Professor der Stuttgarter Kunstschule. Im Jahre 1842 wurde er noch Inspekteur der neu gegründeten staatlichen Gemäldegalerie. Im Jahre 1836 wurde er in die Akademie der bildenden Künste Wiens als Ehrenmitglied aufgenommen.
Karl Jakob Theodor Leybold starb am 20.07.1844 in Stuttgart.
Werke:
- Eine Schauspielerfamilie, [Öl auf Leinwand], 1816
- Der Schneeberg, Aquarell um das Jahr 1820
- Porträt des Johann Friedrich von Cotta, 1821
- Portrait von Johann Heinrich Dannecker, 1822 [Öl auf Leinwand]
- Bildnis zweier Kinder in Landschaft, 1823 [Öl auf Leinwand 78,50x 97,50 cm
- Charon, Zeichnung 1826
- Friederike von Dannecker, geb. Kolb, 1827 [Öl auf Leinwand]
- Porträt des Casimir Graf Lanckoronski (1802-1874), 1829 [Öl auf Leinwand]
- Damenporträt, um 1830
- Portrait von Königin Sophie, Prinzessin von Württemberg, als Erbprinzessin der Niederlande, 1839 [Öl auf Leinwand]
- Portrait von Friedrich Freiherr von Koenig-Warthausen (1800-1889), 1839
- Portrait von Pauline Freifrau von Koenig-Warthausen (1805-1872), 1842
- Portrait von Gustav Schwab (1792-1850), o.J.
- Porträt von zwei Kindern in einer weitläufigen Landschaft, 1823 [Öl auf Leinwand 78,50x 97,50 cm