Ernst Schulze
* 22.03.1789 in Celle
† 29.06.1817 in Celle

Ernst Conrad Friedrich Schulze war der der Sohn des Celler Bürgermeisters Ernst Friedrich Wilhelm Schulze und dessen Gattin Christina, geborene Lampe. Das Elternhaus stand am Großen Plan, dem heutigen Robert-Meyer-Platz. Als er zwei Jahre alt war starb seine Mutter.
Seit dem Jahre 1799 besuchte er die Lateinschule in der Kalandgasse in seiner Vaterstadt. Über seine ersten Jahre verfasste er folgende Zeilen:
Ungefähr bis in mein vierzehntes Jahr wurde ich zu Hause für ein ganz gutmüthiges, aber höchst unnützes Kind und zu allen Dingen unbrauchbares Geschöpf gehalten, weil meine Kleider immer in den ersten Tagen zerrissen, meine Bücher, sobald ich sie erhalten hatte, verloren waren, weil ich alle Aufträge verkehrt besorgte, nie etwas Neues wußte, das Rechnen nicht lernen konnte und über keine Sache im gewöhnlichen Leben vernünftig zu reden verstand.
In den Ferien des Jahres 1804 – er ist 15 Jahre alt – ließt er Ritter- und Feenromane in der französischen Bibliothek des Rittergutes Habighorst.
Im Jahre 1806 beginnt der junge Mann alte Sprachen an der Universität Göttingen zu studieren, die er im Jahre 1811 mit der Erlangung des Doktorgrades der Philosophischen Fakultät erfolgreich abschloss. Für seine Schrift »Incerti Avctoris Pervigilivm Veneris« erhielt er die universitäre Lehrbefugnis.
Schon während seines Studiums veröffentlichte Schulze seinen ersten Versroman unter dem Titel »Psyche«, der in den Jahren 1808-1810 erschien. Im Jahr 1813 erschien der erste Band seiner Gedichte.
Der Schriftsteller schloss sich im Jahre 1814 den verbündeten Truppen gegen Frankreich an. So kämpfte er vor Hamburg unter dem Kommando von Oberstleutnant Beaulieu-Marconnay. Homers »Ilias« trug er im Tornister und er verfasste auch einen Aufruf, in dem er für das Beaulieusche Jägerkorps Freiwillige warb.
Im Jahre 1815 konnte der Dichter den Versroman »Cäcilie« beenden und veröffentlichen. Im folgenden Jahre schreibt er schon von einer schweren Schwindsucht gezeichnet, sein wohl bedeutendstes Werk »Die bezaubernde Rose«. Auf dem Totenbette erfährt Schulze noch, dass er einen Preis für seine letzte Veröffentlichung vom Leipziger Verleger Brockhaus erhalten hatte.
Am 29.06.1817 starb der Dichter Ernst Schulze im Alter von gerade einmal 28 Jahren an der Schwindsucht in seiner Heimatstadt Celle.
Im 19. Jahrhundert wurden seine Werke in zahlreiche Sprachen übersetzt. Franz Schubert vertonte einige der Gedichte Schulzes.
Im Jahre 1855 stiftete der Leipziger Verleger Brockhaus auf dem Hehlentor-Friedhof einen Findling, der mit folgender Gedenktafel errichtet wurde:
Dem Dichter Erich Schulze
GEB. AM 22.MÄRZ 1789
GEST. AM 26. JUNI 1817
Der Celler Bürgerverein ließ im Jahre 1885 an seinem Elternhaus eine Gedenktafel anbringen, die zuletzt durch die Ernst-Schulze-Gesellschaft restauriert wurde.
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