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EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Cezayirli Gazi Hasan Pasha

* 00.00.1713 in Georgien
† 00.03.1790 in Schumen/Bulgarien

Cezayinrli Gazi Hasan Pasha wurde in Georgien geboren und gelangte als Sklave in die östliche Türkei. Dort wurde er von einem türkischen Kaufmann in Tekirdag wie ein eigener Sohn aufgezogen.

Er trat als junger Mann in die ottomanische Armee ein und erklomm die militärische Hierarchie. Im österreichisch-türkischen Kriege zwischen 1737 und 1739 kämpfte er in den Reihen der Janitscharen.

Nach dem Kriege ging er zur Marine und kämpfte in der Bucht von Algier gegen Piraten, die ihren Hauptstützpunkt in Algier hatten. So erhielt er in jenen Jahren den Beinamen »Cezayinrili«, das im türkischen so viel wie »aus Algier« bedeutet.

Während der Seeschlacht von Chesma zwischen dem 05. und 07.07.1770 führte er die »Wahre Mustafa« und war in der Lage, diese aus der für die türkische Flotte katastrophalen Folgen zu schützen. Es gibt im Übrigen Anzeichen dafür, dass er zusammen mit seinen Männern von einem örtlichen Priester bei Ayvalik gefangengenommen wurde, die die türkischen Seefahrer nicht erkannten. Der spätere Großwesir vergaß die Freundlichkeit jener Situation zeitlebens nicht. So gestand er dieser Stadt, die eine griechische Bevölkerungsmehrheit hatte, eine gewisse Autonomie zu und ebnete so auch die Grundlage für ein wichtiges kulturelles Zentrum des osmanischen Reichs.

So erreichte er die ottomanische Hauptstadt Istanbul mit der Nachricht von der Niederlage gegen die russische Flotte unter dem Befehl von Alexej Grigorjewitsch Orlow. Obwohl er die schlechte Nachricht überbrachte wurde er persönlich entsprechend gefördert.

Zunächst wurde Cezayirli Gazi Hasan Pasha zum Stabschef und auch später zum Großwesir berufen. In dieser Funktion gehörte es zu seinen Aufgaben, den Wiederaufbau der osmanischen Flotte zu verantworten. Er überwachte den Bau von Karavellen und die Einführung von Kanonenbooten in der türkischen Flotte. Im Jahre 1773 gründete er auch eine Ingenieurschule, die sich mit der Ausbildung der Marineoffiziere beschäftige.

In einem fünfjährigen Kampfe gelang es ihm, die russische Flotte, die eine Basis in Lemnos errichtet hatte, aus der Ägäis zu verdrängen. Hier erwarb er sich den Beinamen »Gazi«, das übersetzt so viel wie »der Siegreiche« bedeutete.

Als sich im Jahre 1775 eine Rebellion in der Stadt Arce abzeichnete, wurde er in den Nahen Osten entsandt. Vier Jahre später wurde er mit der Unterstützung albanischer Söldner beauftragt 

Noch in der Anfangsphase des sechsten russisch-türkischen Krieges der Jahre 1787 bis 1792 befahl Cezayirli Gazi Hasan Pasha - er war inzwischen schon 85 Jahre alt - die türkischen Operationen. So führte er im Gefecht vom 17.06.1788 oder auch im Gefecht von Fidonisi den Oberbefehl. Auch die Belagerung von Ochakow stand unter seinem Kommando.

Der erfolgreiche Soldat Cezayirli Gazi Hasan Pasha starb im März des Jahres 1790 ob jedoch durch Krankheit oder als Opfer eines Anschlages ist heute nicht mehr erkennbar.

Heute erinnert ein Denkmal in der türkischen Stadt Çeşme, die ihn mit einem Löwen zeigt, der ihn während seiner Zeit an der afrikanischen Küste stets begleitete.
 

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