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EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Erstes Buch - Lyrische Gedichte.

Der große Mann

Es ist ein Ding, das mich verdreußt,
Wenn Schwindel oder Schmeichelgeist
Gemeines Maß für großes preist. Du, Geist der Wahrheit, sag' es an:
Wer ist, wer ist ein großer Mann?
Der Ruhmverschwendung Acht und Bann! Der, dem die Gottheit Sinn beschert,
Der Größe, Bild, Verhalt und Wert,
Und aller Wesen Kraft ihm lehrt; Des weit umfassender Verstand,
Wie einen Ball mit hohler Hand
Ein ganzes Weltsystem umspannt; Der weiß, was Großes hie und da,
Zu allen Zeiten, fern und nah,
Und wo, und wann, und wie geschah; Der Mann, der die Natur vertraut,
Gleichwie ein Bräutigam die Braut,
An allen Reizen nackend schaut; Und warm an ihres Busens Glut,
Vermögen stets und Heldenmut
Und Lieb' und Leben saugend, ruht; Und nun, was je ein Erdenmann
Für Menschenheil gekonnt und kann,
Wofern er will, desgleichen kann; Dabei in seiner Zeit und Welt,
Wo sein Beruf ihn hingestellt,
Durch That der Kunst die Wage hält: Der ist ein Mann, und der ist groß!
Doch ringt sich aus der Menschheit Schoß
Jahrhundertelang kaum Einer los.