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EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Gedichte

Homburg

Die Launischen

Hör' ich ferne nur her, wenn ich für mich geklagt,
   Saitenspiel und Gesang, schweigt mir das Herz doch gleich;
         Bald auch bin ich verwandelt,
               Blinkst du, purpurner Wein! mich an

Unter Schatten des Walds, wo die gewaltige
   Mittagssonne mir sanft über dem Laube glänzt;
         Ruhig sitz ich daselbst, wenn
               Zürnend schwerer Beleidigung

Ich im Felde geirrt — Zürnen zu gerne doch
   Deine Dichter, Natur! trauern und weinen leicht,
         Die Beglückten; wie Kinder,
               Die zu zärtlich die Mutter hält,

Sind sie mürrisch und voll herrischen Eigensinns;
   Wandeln still sie des Wegs, irret Geringes doch
         Bald sie wieder; sie reißen
               Aus dem Gleise sich sträubend dir.

Doch du rührest sie kaum, Liebende! freundlich an,
   Sind sie friedlich und fromm; fröhlich gehorchen sie;
         Du lenkst, Meisterin! sie mit
               Weichem Zügel, wohin du willst.