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EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Hermann Rochus zu Lynar

* 04.02.1797 in Dresden
† 31.12.1878 in Lübbenau

Hermann Rochus zu Lynar wurde am 04.02.1797 in Dresden als Sohn des Rittergutsbesitzers Rochus August zu Lynar (1773-1800) und seiner Frau Augusta Charlotte, geborene von Schönberg. Sein Vater starb bereits im Jahre 1800, angeblich an einen von seiner Ehefrau vergifteten Kuchen. Nach dem Tod des Bruders Rochus Carl zu Lynar, der 1801 im Kindesalter starb, wurde er selbst Standesherr und Erbe von Lübbenau.

Die Witwe heiratete im Jahre 1802 den Grafen Ferdinand Hans Ludolph von Kielmannsegge, der als Gesandter Hannovers am Dresdener Hof tätig war. Mit dem sie von Dresden nach Hannover zog.

1813 kehrte er zusammen mit seiner Mutter Augusta Charlotte von Kielmannsegge, die bisher in Paris lebte, nach Deutschland zurück. Seit dem Wiener Kongress gehörte die Standesherrschaft Lübbenau zu Preußen. Im Alter von 18 Jahren übernahm Hermann Rochus zu Lynar die Verantwortung für sein Erbe.

Seine erste Amtshandlung war der Abriss des alten Renaissanceschlosses. Im Jahre 1817 begann er nach den Plänen des Leipziger Architekten Karl August Benjamin Siegel einen Neubau im Stil des Klassizismus zu errichten. Erst 1841 wurde das Schloss auch mit zwei Türmen versehen, die ihm das heute noch bestehende charakteristische Erscheinungsbild verliehen. Zum Schloss gehörte auch der im Englischen Stil entworfene englische Landschaftsgarten.

Der Adelige war ein strenger, aber auch gerechter Grundherr, der für die Bewohner Lübbenaus ein Leseinstitut gründete, um die schulische Bildung seiner Arbeiter zu verbessern.

Er diente in der preußischen Armee und verließ diese im Range eines Hauptmanns. Im Jahre 1821 wurde er zum Kammerherrn ernannt und erhielt den Roten Adlerorden II. Klasse. Im Jahre 1870 war er auch der Dienstälteste Rechtsritter des Johanniterordens. Seit 1854 gehörte der Graf auch der Provinzial-Genossenschaft Brandenburg an.

Von 1854-1878 gehörte er dem preußischen Herrenhaus an. Zuvor war er bereits Mitglied der Landesdeputation für die Niederlausitz und übernahm dort 18150 den Vorsitz. Seit 1827 gehörte Lynar auch dem Provinziallandtag der Provinz Brandenburg an.

Im Vorfeld der Revolution von 1848/49 war er im Jahr 1847 zum Mitglied des Vereinigten Landtages gewählt worden und gehörte im folgenden Jahr dem Ständischen Ausschuss an.

Auch in der Standesherrschaft Lübbenau begehrten die Untertanen auf und begehrten die Abschaffung alter Untertanendienste. Erst 1852 kehrte er auf seinen Stammsitz zurück und führte moderne Reformen ein.

 Im Jahre 1850 wurde er in das Erfurter Unionsparlament gewählt. Er gehörte auch als Attaché bei Otto von Bismarck, dem späteren preußischen Ministerpräsidenten und erste Reichskanzler, in Frankfurt am Main.

Am 01.10.1821 ging er in Groß Giewitz die Ehe mit Mathilde Sophie Friederike Wilhelmine Henriette von Voß, Sie war die Tochter des Kammerherrn und späteren Gesandten und bevollmächtigten Ministers in Neapel August von Voß. Aus der Ehe stammte der älteste Sohn Hermann Maximilian zu Lynar, der 1825 geboren wurde, und fünf weitere Kinder. Sie starb am 19.01.1838.

Bereits am 11.11.1839 schloss er die zweite Ehe mit Marie Charlotte von der Marwitz, der Tochter des 1837 verstorbenen preußische Generalleutnants Friedrich August Ludwig von der Marwitz

Hermann Rochus zu Lynar starb am 31.12.1878 aus seinem Rittergut zu Lübbenau. Er wurde neben seiner ersten Frau im Jahr 1839 am Ortsrand von Lübbenau geschaffenen Erdbegräbnis der Familie beigesezt.

Der Sohn aus erster Ehe Hermann Maximilian zu Lynar folgte ihm als Standesherr während der zweite Sohn aus der ersten Ehe Hermann Albert zu Lynar in der preußischen Armee Karriere machte und bis zum Generalleutnant aufstieg.

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