Kassel: Weißes Gold für »König Lustik«

Im Rahmen des »König Lustik-Jahres« präsentiert die Museumslandschaft Hessen-Kassel Porzellan aus der Manufaktur Fürstenberg.

»Weißes Gold für König Lustik - Jérôme Bonaparte und die Königliche Porzellanmanufaktur Fürstenberg« ist der Titel der aktuellen Ausstellung der Museumslandschaft Hessen Kassen (mhk.) im »König Lustik«-Jahr 2008. Die Ausstellung wird am 17.04.2008 eröffnet und ist vom 18.04. bis einschließlich 07.09.2008 im Schloss Wilhelmshöhe in Kassel zu besichtigen.

Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg gehört mit zu den ältesten Porzellanmanufakturen des europäischen Kontinents. Sie gehört mit zu den wenigen Firmen, die die Wende im 19. Jahrhundert überdauerten und nun auf eine mehr als 250jährige Tradition zurückblicken können. Gegründet wurde die Firma im Jahre 1747 von Herzog Carl I. von Braunschweig. Zur Zeit Jérômes wurde ihr der Titel einer königlichen Manufaktur verliehen.

Begleitend zur Ausstellung »König Lustik!? - Jérôme Bonaparte und der Modellstaat Königreich Westphalen« im Museum Fridericianum findet im Schloss Wilhelmshöhe - das zur Zeit des Königreichs Westphalen in »Napoleonhöhe« unbenannt wurde - die Begleitausstellung »Weißes Gold für König Jérôme« statt. In Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Fürstenberg wird glänzendes Porzellan des Empire vorgestellt. So werden den Besuchern nicht nur die Augen bietet diese Ausstellung etwas. Auch für die Nase wird ein nach historischen Vorbildern komponierter Raumduft durch die ehemalige königliche Residenz wehen.

Im Jahre 1807 wurde das Herzogtum Braunschweig dem neu geschaffenen Modellstaat Königreich Westphalen angegliedert. Damit gelangte auch die Porzellanmanufaktur Fürstenberg unter eine neue Herrschaft. Französisches Porzellan erhielt ungehindert Zugang nach Westphalen. So bevorzugte Jérôme französische Künstler um seinen Hof auszustatten. Der französische Keramiker Louis Victor Gerverot, der sich bereits 1796 erfolgreich gegen eine Schließung der Manufaktur wehrte, gelang es, den jungen König auf die Porzellanmanufaktur Fürstenberg aufmerksam zu machen. Er führte dem jungen Monarchen die schönsten und besten Stücke in Kassel vor und gewann die Aufmerksamkeit des jungen Monarchen.

Jérôme erhob die Manufaktur in den Rang einer »Manufacture Royale« und von diesem Augenblick trafen zahlreiche Bestellungen des königlichen Hofes ein, der sich bisher nur auf französische Manufakturen konzentrierte. Von diesem Augenblick an fertige die Manufaktur aufwendig gestaltetes Zierporzellan sowie Gebrauchsgegenstände des alltäglichen Lebens im Empire-Stil. Die französischen Stilelemente der neuen Staatskunst wurden durch die heimischen Künstler übernommen. So entstanden neben prunkvollen Deckelvasen mit Widderköpfen ebenso wie exquisite Servcice mit dem königlichen Initialen aber auch feinste Büsten des königlichen Paares aus Biskuitporzellan. Vorbilder waren die schlichten einfachen Formen und Motive der griechischen, römischen und ägyptischen Kunst.

Die Ausstellung bietet eine Sammlung der eindrucksvollsten Erzeugnisse aus Fürstenberg. Es werden die bedeutenden Stücke des Kasseler Hofs sowie Möbel und Luxusgüter gezeigt. Somit wird das Porzellan als Teil der Tischkultur und Raumkunst des Empire erfahrbar und entdeckbar.