In den letzten 200 Jahren der deutschen Geschichte bedeuteten Niederlagen tiefgreifende Zäsuren. Sie wirkten oftmals als Katalysatoren für Veränderungen im Militärwesen sowie für die Neudefinition des Verhältnisses zwischen Militär und Gesellschaft. Dies gilt insbesondere für die Preußischen Heeresreformen nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt, aber auch für die Zeit der deutschen Wiederbewaffnung nach 1945.
Anlässlich der 200. Jahrestage der Preußischen Reformen möchte das Militärgeschichtliche Forschungsamt Potsdam im Rahmen des Großprojektes »Militärreformen in Deutschland nach 1806« zu einem Workshop (voraussichtlich im Februar 2009) einladen, den die Projektgruppe »Militärreformen in Deutschland« in Zusammenarbeit mit dem von Dr. Jörg Echternkamp geleiteten Großforschungsprojekt »Kriegsenden – Nachkriegsordnungen – Folgekonflikte« veranstaltet.
Beiträge zum Workshop sollten sich möglichst eng an folgenden Themenkomplexen orientieren:
- die preußische Heeresreform von 1807 ff. im deutschen und europäischen Vergleich
- Reformversuche und Reorganisationen in deutschen Streitkräften zwischen 1815 und 1945
- Reform, Reorganisation und Transformation in deutschen Streitkräften nach 1945
- diachrone Betrachtungen (ca. 1800-2008), bspw. Integration von Minderheiten in das Militär, Einflüsse der Militärtechnik, militärische Bildungsideale, Wehrpflicht, Reformfähigkeit und -unfähigkeit deutscher Armeen
Parallel dazu konzipiert das Militärgeschichtliche Forschungsamt Potsdam eine Wanderausstellung sowie einen Sammelband zum gleichnamigen Leitthema. Beide Produkte sollen Ende 2009 vorgestellt werden.
Ausgewählte Beiträge von Workshopteilnehmern sollen im Sammelband veröffentlicht werden. Diese sind bis Ende März 2009 einzureichen. Für veröffentlichte Beiträge wird ein Honorar gezahlt.
Der CfP richtet sich an Fachvertreter/innen der historischen Wissenschaften, die mit ihren Beiträgen Ausschnitte ihrer Arbeit präsentieren möchten. Das Projektteam legt einen Reformbegriff zu Grunde, der nicht nur militärinterne Veränderungen (Organisation, Taktik, Ausrüstung) beinhaltet, sondern der vor allem das Verhältnis von Militär und Gesellschaft mit umfasst.
Es werden ausschließlich Beiträge in deutscher Sprache erbeten.
Vorschläge sind bitte bis zum 6. Juni 2008 (mit Kurz-CV und einer Themenbeschreibung von 5-8 Seiten) einzureichen.
Ansprechpartner für weitere Rückfragen sind Dr. Karl-Heinz Lutz und Dr. Marcus von Salisch, die unter der Emailadresse mgfamilitaerreform@bundeswehr.de zu kontaktieren sind.