François Noël Babeuf
† 27.05.1797 in Verdôme

Geboren wurde François Noël Babeuf als Sohn eines Angestellten der Steuerbehörde. Der Vater Claude war Soldat in der französischen Armee desertierte um sich in österreichische Dienste zu begeben. Erst 1755, im Range eines Majors konnte er nach einer Generalamnestie nach Frankreich zurückkehren.
In jungen Jahren arbeitete er im Dienste eines Notars und musste ab 1780 - nach dem Tod des Vaters - für den Unterhalt seiner Familie sorgen. Bei seiner neuen Aufgabe gewann er erste Einblicke in das bedrückende Los der Bauern in Frankreich. So gehörte es zu seinen Aufgaben als commissaire a terrier dem Adel und den Priestern dabei zu helfen, vergessene feudale Rechte gegenüber den Bauern zu belegen und geltend zu machen. Aber 1784 arbeitete er als Feldvermesser und Grundbuchverwalter in Roye.
Wichtige Impulse holte sich der spätere Revolutionär vermutlich durch die Schriften von Helvétius (1715 - 1771) und aus seiner Korrespondenz mit dem Sekretär der Akademie von Arras Marie Antoine Ferdinand Dubois de Hoves de Fosseux.
Nach Beginn der Französischen Revolution im Sommer 1789 arbeitete Babeuf als Journalist und fordert die ökonomische Gleichstellung und die Republik ein. So verfasste er im Beschwerdeheft von Roye den ersten Artikel des Beschwerdeheftes, wo er sich für die Abschaffung der Feudalrechte einsetzte.
Am 22.07.1789 beteiligte sich Babeuf an der Ermordung zweier Kurtisanen. In einem Brief an seine Frau drückte er jedoch ambivalente Gefühle über den Vorgang aus. Einerseits sah er darin einen Akt der Gerechtigkeit und nahm ihn doch auch als Grausamkeit wahr.
Im Mai 1790 erfolgte seine erste Verhaftung für eine Streitschrift gegen feudale Ausbeutung und die Salzsteuer, doch durch die Fürsprache Marats wurde er schnell wieder auf freien Fuß gesetzt und kehrte nach Roye zurück. Seine Zugehörigkeit zum Stadtrat von Roye ist nur von kurzer Dauer.
Im Jahre 1790 veröffentlichte der Journalist im »Le Petit Correspondant Picard« seine Grundsätze zum kollektiven Wirtschaftssystem. Als er in einer Petition 1791 die Abschaffung indirekter Steuern anregte, folgte seine zweite Verhaftung. Nach der gescheiterten Flucht Louis XVI. und der Königin Marie-Antoinette gehörte François Noël Babeuf zur Gruppe derjenigen die eine Absetzung des Monarchen forderten.
Im September 1791 wurde er in die Verwaltung des Departements Sonne gewählt. Geriet jedoch im m Jahre 1793 mit seinen Kollegen in Konflikt als er ungerechtfertigter Weise ein Dokument zu Gunsten eines Sansculotten ausstellte. Dieses Dokument stellte er als provisorischer Verwalter der Nationalgüter aus. Auf Grund dieses Vorfalls verlor er sein Amt. In einer Gerichtsverhandlung wurde er in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Er floh nach Paris und gewann die Gunst von Claude Fournier l´Americains (1745-1823) und Pierre-Gaspard Chaumettes (1763-1794). Durch diese Bekanntschaft gelangte er an eine Anstellung in der Administration du ravitaillement de Paris. Jedoch folgte im November desselben Jahres seine erneute Verhaftung aus der er jedoch wieder frei kam. Jedoch akzeptierte er eine Inhaftierung während des Revisionsverfahrens gegen sein Urteil aus dem Sonne-Departement.
Erst im Jahre 1794 kommt er wieder frei und geht nach Paris zurück wo er die Zeitschrift »Le Defenseur de la liberte de la presse« herausgab. Dieses Blatt wurde von Konventsmitglied Guffroy subventioniert. In seiner Zeitschrift bemühte er sich um eine Rehabilitierung Robespierres und benannte auch die Zeitung in »Le tribun de peuple« um. Bei dieser Gelegenheit legte sich Babeuf erstmals den Namen Gracchus zu. Im Jahre 1795 veröffentlichte er auch seine Schrift »Manifest der Plebejer«.
Nach dem Tode Maximilian de Robespierres erhoffte er sich eine Realisierung des Gleichheitsprinzips und wurde durch das Direktorium enttäuscht. So rief er zur Auflösung der Nationalversammlung auf; dies hatte jedoch für ihn eine weitere achtmonatige Haft zur Folge. Während seiner neuerlichen Haft lernte Babeuf unter anderem Buonaroti kennen mit dem er sich zur »Verschwörung der Gleichen« zusammenschloss. Im Zuge einer Generalamnestie öffneten sich für François Noël Babeuf und seine Freunde Ende 1795 erneut die Gefängnistüren. Der Schriftsteller siedelte sich erneut in Paris an wo er die Herausgabe des »Le tribun de peuple« fortsetzte.
Nachdem Reformen auch durch das Direktorium ausgeblieben waren, installierte er den »Panthéon« oder die »Verschwörung der Gleichen«. Dies war ein Zusammenschluss Gleichgesinnter wie Felix Le Peletier oder Sylvain Marechal. Sie forderten im »Manifest der Gleichen«, das die politischen Ziele dieser Gruppe beschreibt, u. a.:
- Sturz des Direktoriums
- Auflösung der Assemblées
- Errichtung einer robespierristischen gleichen Republik
- Abschaffung des Privateigentums
Werke:
- Cadastre Perpétuelle, 1790
- Manifest der Plebejer, 1795