Zur Eröffnung der Ausstellung »Christophine Reinwald« lädt die Klassik Stiftung Weimar (KSW) am Mittwoch den 23.05.2007 um 16.00 Uhr in das Goethe- und Schiller-Archiv ein. Anlass für die Ausstellung ist der 250. Geburtstag von
Schillers Schwester
Christophine am 04.09.2007.
Christophine (1757-1847) war von früher Jugend an ihrem Bruder
Friedrich Schiller eine verständnisvolle Briefpartnerin und enge Vertraute, die Anteil an seinem literarischen Schaffen genommen hat. Auf den Kreis häuslicher Tätigkeit beschränkt, kam
Christophines eigenes künstlerisches Talent im Malen und Zeichnen zum Ausdruck. Ein wichtiger Teil ihres Nachlasses gelangte nach ihrem Tod an Schillers jüngere Tochter Emilie von Gleichen-Rußwurm (1804-1872) und ist von deren Erben zusammen mit dem Schillerarchiv nach Weimar übergeben worden. Die Überlieferung bezeugt die vielseitigen literarischen und künstlerischen Interessen
Christophine Reinwalds.
Sie ging mit dem herzoglichen Bibliothekar Wilhelm Reinwald, der während
Schillers Bauerbacher Zeit seine wichtigste Kontaktperson war, ein und das junge Ehepaar ging nach Meiningen, wo die Autodidaktiin jungen Meininger Mädchen Zeichenunterricht gab und selbst Porträts und Stillleben anfertigte. Nach dem Tode ihres Mannes lebte
Christophine Reinwald in zunächst in Möckmühl und dann in Marbach, Cannstadt und schließlich Stuttgart. Nach einer Schweizreise mit Luise Heim im Jahre 1822 zog sie zunächst in deren Meininger Haushalt ehe sie sich eine eigene Wohnung suchte. Sie starb am 31.08.1847, nur wenige Tage vor ihrem 90. Geburtstag.
In der Ausstellung werden zu
Christophine Reinwald erstmals Exponate aus den Beständen des Goethe- und Schiller-Archivs und der Graphischen Sammlungen der Direktion Museen der Klassik Stiftung Weimar zusammengeführt. Insgesamt werden mehr als 70 Ausstellungsstücke gezeigt, darunter Originalbriefe aus der Korrespondenz mit ihrem Bruder sowie Lebenszeugnisse, Zeichnungen und Aquarelle
Christophine Reinwalds. Neben Blumenaquarellen, die sie besonders gern gemalt hat, wird auch ein Porträt
Friedrich Schillers von ihrer Hand zu sehen sein.
Die ausgestellten Briefe aus der Korrespondenz zwischen
Christophine Reinwald und
Charlotte von Schiller bzw. deren Kindern sind beredte Zeugnisse dafür, dass sie auch nach dem Tod ihres Bruders eng verbunden mit seiner Familie blieb.
Ihr künstlerisches Talent setzte sich in ihrem Großneffen Ludwig von Gleichen-Rußwurm (1836-1901) fort, der später zu den Vertretern der Weimarer Malerschule gehörte.
Im Rahmen der Museumsnacht am 02.06.2007 beteiligt sich das Archiv mit einem eigenen Programm, das sich auch an Kinder richtet. Nach der Betrachtung der Bilder von
Christophine Reinwald können Kinder eigene Bilder anfertigen oder Bild-Vorlagen farbig illustrieren.
Veranstaltungsinformation:
»Christophine Reinwald«
23.05.2007 - 02.07.2007
Goethe- und Schiller-Archiv Weimar
Hans-Wahl-Straße 4 | 99425 Weimar