Der Erfurter Fürstenkongress 1808 sah Kaiser Napoleon, den Beherrscher großer Teile Europas, auf dem Zenit seiner Macht. Um seinen letzten großen Kontrahenten, Zar Alexander I. von Russland, zu einem festen Bündnis zu bewegen, bot er nicht weniger als 34 deutsche Monarchen und zahllose Staatsmänner als Statisten auf.
Auch mit Prunk und aufwändigen Theateraufführungen der Comédie Française vor einem „Parkett von Königen" im Universitätsballhaus, dem späteren Kaisersaal, versuchte er den Zaren und seine deutschen Vasallen zu beeindrucken. Jener Kongress führte Erfurt zu „seinem höchsten Glanze”, wie der zeitgenössische Bericht Kajetan Arnolds überschrieben ist.
In der öffentlichen Fachtagung des Geschichtsvereins wird dieses herausragende Ereignis der Stadtgeschichte von zwei bekannten Erfurter Historikern auf neuestem Wissensstand dargestellt. Dr. Horst Moritz gibt einen allgemeinen Überblick über die Vorgänge vom September/Oktober 1808, während sich Dr. Reiner Prass besonders dem Treffen von Napoleon und Goethe sowie dem kulturellen Rahmenprogramm widmet. Die Veranstaltung wird geleitet von Dr. Steffen Raßloff.