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EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Der Vierte Koalitionskrieg 1806/07

Kapitel 1: Einleitung

Einleitung

Der Krieg zwischen Frankreich und Preußen in den Jahren 1806 und 1807 gehört zu den einschneidendsten Ereignissen der napoleonischen Epoche. In wenigen Wochen zerbrach eine der etabliertesten Militärmächte Europas unter dem Ansturm der Grandes ArméesNapoleons. Was sich als vermeintlich kurzer Waffengang ankündigte, wurde zum politischen und gesellschaftlichen Schockerlebnis für das Königreich Preußen: Der alte preußische Staat brach nach der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt im Oktober 1806 zusammen. Der Hof floh nach Ostpreußen. Die Hauptlast des Krieges lag nunmehr bei Russland.

Der Krieg war freilich mehr als eine bloße Abfolge von Schlachten. Er war das Ergebnis einer jahrelangen Krise der europäischen Staatenwelt, des Aufstiegs Napoleons zur alles dominierenden Macht auf dem Kontinent und einer fehlgeleiteten preußischen Außenpolitik, die das Königreich in die gefährliche Isolation manövriert hatte. Sein Ende, der Friede von Tilsit, schrieb Europas Karte neu und markierte den Höhepunkt napoleonischer Machtfülle – zugleich aber den Beginn jener inneren Erschütterungen, die langfristig den Keim der Befreiung legten.

Der vorliegende Artikel richtet sich an historisch interessierte Leser, Studierende und Schüler. Er behandelt gleichermaßen die politisch-gesellschaftliche Vorgeschichte und Ursachen des Krieges wie seinen militärischen Verlauf sowie die epochalen Konsequenzen für Preußen und Europa.