Der Vierte Koalitionskrieg 1806/07
Frankreich und Preußen im Krieg – vom Zusammenbruch eines Staates zur Neuordnung Europas
Abstrakt:

Der Krieg zwischen Frankreich und Preußen in den Jahren 1806 und 1807 gehört zu den einschneidendsten Ereignissen der napoleonischen Epoche. In wenigen Wochen zerbrach eine der etabliertesten Militärmächte Europas unter dem Ansturm der Grandes ArméesNapoleons. Was sich als vermeintlich kurzer Waffengang ankündigte, wurde zum politischen und gesellschaftlichen Schockerlebnis für das Königreich Preußen: Nach der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt am 14.10.1806 brach der alte preußische Staat zusammen. Der Hof floh nach Ostpreußen. Im Diktatfrieden von Tilsit am 09.07.1807 verlor Preußen fast die Hälfte seines Territoriums und sank zeitweilig zu einer Mittelmacht herab. Napoleon stand auf dem Höhepunkt seiner Macht.
Der vorliegende Artikel beleuchtet die politisch-gesellschaftliche Vorgeschichte ebenso wie den militärischen Verlauf, die Kontinentalsperre als wirtschaftspolitisches Instrument, den polnischen Aufstand und die Entstehung des Herzogtums Warschau sowie die epochalen Konsequenzen für Preußen und Europa.