logo

EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Der Vierte Koalitionskrieg 1806/07

Frankreich und Preußen im Krieg – vom Zusammenbruch eines Staates zur Neuordnung Europas

Abstrakt:

Der Krieg zwischen Frankreich und Preußen in den Jahren 1806 und 1807 gehört zu den einschneidendsten Ereignissen der napoleonischen Epoche. In wenigen Wochen zerbrach eine der etabliertesten Militärmächte Europas unter dem Ansturm der Grandes ArméesNapoleons. Was sich als vermeintlich kurzer Waffengang ankündigte, wurde zum politischen und gesellschaftlichen Schockerlebnis für das Königreich Preußen: Nach der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt am 14.10.1806 brach der alte preußische Staat zusammen. Der Hof floh nach Ostpreußen. Im Diktatfrieden von Tilsit am 09.07.1807 verlor Preußen fast die Hälfte seines Territoriums und sank zeitweilig zu einer Mittelmacht herab. Napoleon stand auf dem Höhepunkt seiner Macht.

Der vorliegende Artikel beleuchtet die politisch-gesellschaftliche Vorgeschichte ebenso wie den militärischen Verlauf, die Kontinentalsperre als wirtschaftspolitisches Instrument, den polnischen Aufstand und die Entstehung des Herzogtums Warschau sowie die epochalen Konsequenzen für Preußen und Europa.

Einführung in den Vierten Koalitionskrieg (1806–1807) zwischen Frankreich und Preußen: Ursachen, Bedeutung und Überblick über den Kriegsverlauf.

Die europäische Lage nach der Dreikaiserschlacht von Austerlitz 1805: Auflösung des Heiligen Römischen Reiches, Gründung des Rheinbundes und Preußens Neutralitätspolitik bis 1806.

Wie Preußen 1806 in den Krieg gegen Napoleon getrieben wurde: Kriegs- und Friedenspartei am Berliner Hof, Königin Luise, Friedrich Wilhelm III. und das Ultimatum vom September 1806.

Der Feldzug in Thüringen im Oktober 1806: Gefechte bei Schleiz und Saalfeld, Tod des Prinzen Louis Ferdinand und die vernichtende Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt am 14.10.1806.

Nach Jena und Auerstedt: Auflösung der preußischen Armee, Einzug Napoleons in Berlin am 27.10.1806, Kapitulationen der Festungen und Flucht Friedrich Wilhelms III. nach Memel.

Der polnische Aufstand in der Provinz Südpreußen 1806 als strategisches Instrument Napoleons: Dąbrowski, Poniatowski und die Entstehung des Herzogtums Warschau im Frieden von Tilsit 1807.

Der Winterfeldzug 1806/07: Russlands Eingreifen, die unentschiedene Schlacht bei Preußisch-Eylau am 07./08.02.1807 und die Anfänge der preußischen Heeresreformen unter Scharnhorst in Memel.

Die Entscheidungsschlacht bei Friedland am 14.06.1807: Napoleons vernichtender Sieg über die russisch-preußischen Truppen und der Waffenstillstand von Tauroggen als Auftakt zum Frieden von Tilsit.

Der Friede von Tilsit vom 07. und 09.07.1807: Preußen verliert fast die Hälfte seines Staatsgebietes. Bedingungen des Diktatfriedens, Königin Luises Bittgang und die verheerenden Folgen für Bevölkerung und Staat.

Die Preußischen Reformen nach 1806: Stein, Hardenberg, Scharnhorst und Humboldt schaffen die Grundlagen für Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit, Heeresreform und die Berliner Universität.

Die historische Bedeutung des Vierten Koalitionskrieges: Höhepunkt napoleonischer Macht, Epochenzäsur für Preußen und Wegbereiter der Befreiungskriege 1813–1815.

Fußnoten, Quellennachweise und weiterführende Literatur zum Vierten Koalitionskrieg 1806/07: Primärquellen, Standardwerke und Online-Ressourcen.