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EPOCHE NAPOLEON

von der Bastille bis Waterloo 1815

Der Vierte Koalitionskrieg 1806/07

Kapitel 4: Kräfteverhältnis und Kriegsvorbereitung

Kräfteverhältnis und Kriegsvorbereitung

Beim Kriegsausbruch standen sich die Kräfte wie folgt gegenüber:

Kräftevergleich beim Kriegsbeginn (Oktober 1806)

Frankreich & RheinbundPreußen & Sachsen
OberbefehlKaiser Napoleon I. BonaparteHerzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig; König Friedrich Wilhelm III. beim Heer
Truppenzahlca. 170.000–192.000 Mannca. 140.000 Mann Preußen + 22.000 Sachsen + 1.600 Sachsen-Weimar = ca. 163.600 Mann
Korps-KommandeureDavout, Lannes, Augereau, Soult, Ney, Bernadotte, Murat (Kavallerie)Hohenlohe-Ingelfingen, Herzog v. Braunschweig, Rüchel, Blücher
VerbündeteBayern, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt (Rheinbund)Russland (noch nicht einsatzbereit), Großbritannien (Subsidien), Schweden
KriegserfahrungSeit 1800 im Feldeinsatz, Austerlitz 1805Letzte große Kampfhandlung: Erster Koalitionskrieg 1792–95
FührungsprinzipDezentrales Korpsystem, Eigeninitiative der KommandeureZentralisierte Befehlskette, Manmöverkrieg nach friderizianischem Modell

Preußen und seine Verbündeten

Das preußische Feldheer zählte rund 140.000 Mann, dazu kamen Verstärkungen aus dem Kurfürstentum Sachsen (ca. 22.000 Mann) und aus Sachsen-Weimar (1.600 Mann). Ein beträchtlicher Teil der preußischen Armee – rund 33.000 Mann – verblieb in den ehemals polnischen Gebieten, wo man einen Aufstand befürchtete. Russland war als Bundesgenosse noch nicht einsatzbereit; man wartete nicht auf das Eintreffen russischer Hilfstruppen.

Der Oberbefehl lag beim Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig (1735–1806). Der König selbst begab sich zur Armee, was zu Unstimmigkeiten über die Befehlsgewalt führte.

Frankreich und der Rheinbund

Napoleon verfügte aus dem Vorjahr über sechs vollständig einsatzbereite Korps seiner Grande Armée, die in Süddeutschland zwischen Passau und Frankfurt am Main standen. Sie zählten mit einem bayerischen Hilfskontingent zwischen 170.000 bis 192.000 Mann und waren weniger zersplittert als die Preußen.

Die qualitative Überlegenheit der Franzosen war noch größer als die quantitative. Die Grande Armée war seit Jahren im Felddienst erprobt, kampfgehärtet und von einem hochmotivierten Offizierkorps geführt, das sich durch individuelle Initiative und dezentrale Führung auszeichnete. Das Korpsystem ermöglichte schnelles Manövrieren und die Konzentration von Kräften an entscheidenden Punkten – ein entscheidender Vorteil gegenüber dem schwer fälligen preußischen Heer.