Der Vierte Koalitionskrieg 1806/07
Kapitel 6: Zusammenbruch und Verfolgung – Preußen unter Besatzung
Zusammenbruch und Verfolgung
Nach der Katastrophe vom 14.10.1806 löste sich die preußische Armee weitgehend auf. Die Verfügung durch die französische Kavallerie gestaltete sich für die fliehenden Preußen verhängnisvoll. Die preußischen Truppen waren in Auflösung begriffen und flohen vor der sie verfolgenden gegnerischen Kavallerie. Die sächsischen Truppen kehrten in ihre Heimat zurück.
Bereits am 24.10. war Berlin französisch besetzt. Der preußische König war zuvor mit seinem Hof nach Königsberg geflohen. Napoleon zog am 27.10.1806 an der Spitze seiner Truppen durch das Brandenburger Tor in Berlin ein – ein demütigender Anblick für die Bewohner der preußischen Hauptstadt.
Die preußischen Truppen unter Hohenlohe kapitulierten am 28.10. bei Prenzlau. Die Truppen unter Befehl des Generals Blücher ergaben sich am 07.11.1806 nach der Schlacht bei Lübeck bei Ratekau. In Magdeburg kapitulierten 20.000 Mann, ohne dass es zu einer ernsthaften Gegenwehr kam. Festung um Festung fiel in die Hände der Franzosen. Das schnelle und nahezu totale Zusammenbrechen der preußischen Verteidigung war nicht nur eine militärische Katastrophe, sondern das Symptom einer tiefer liegenden staatlichen und gesellschaftlichen Krise.
König Friedrich Wilhelm III. gelangte nach einer abenteuerlichen Flucht – dabei mehrfach durch ortskundige Einwohner geführt, um den vorrrückenden Franzosen auszuweichen – nach Ostpreußen. Sein Hof ließ sich zunächst in Königsberg, dann in Memel nieder, dem äußersten Zipfel des preußischen Territoriums.